Dresden bringt´s                                                                                              Lied abspielen                    start  impressum song
1. Vorm Hauptbahnhof die Nackte, das schöne Bronzeweib  
    
hebt flehend ihre Hände zur Bahnhofsuhr, zur Zeit  
2. Ein Riesenloch wo Lenin stand, geschlagen in Granit
    Genossen hoben ihre Hand, dann war´n sie mit ihm quitt

die schöne
Das Brunnenstandbild
des Bildhauers Georg Wbra , errichtet 1911, zeigt die Kunstmalerin  Maria Gey. Als Mädchen soll sie an heißen Tagen den hier vorm Böhmischen Bahnhof stationierten Droschkenpferden Wasser gebracht haben.  
Noch jung an Jahren kam die Künstlerin
bei einem Jagdunfall ums Leben.
Das Denkmal stiftete ihr Ehemann, der Arzt Dr. Heinze.

baugrubelenin 
Das Lenindenkmal wurde 1974 am Vorabend des 25. Jahrestages der DDR aufgestellt.
Im Herbst 1989 standen Volkspolizisten mit Schlagstöcken, Helmen und Plastikschildern
im Karree drumherum, um Lenin vor friedlichen  Spaziergänger-Demonstranten "zu schützen".
Nach dem Ende der DDR hatte keiner eine konsensfähige Idee, was mit dem Denkmal
zu tun sei, begrünen?, bemalen?, verfremden?, behalten... ?eine Idee: ein Volkspolizisten- Karree
auf dem äüßeren Sockel als neuer Bestandteil des Denkmals. Nein. Die Plastik wurde
in den Westen verkauft. Seitdem gähnt an gleicher Stelle eine Baugrube und wartet auf einen InvWESTor.
3. Auf verlor´nem Posten steht Körners Theodor
   als Denkmal alter Schule tritt säbelrasselnd er hervor
4. Drei goldne Grazien tanzen zu Mozarts Melodie  
   doch immer
ist der Sockel leer, wo bleibt nur das Genie?

körner
Das Standbild ihres berühmten Schülers, Theodor Körner stand hier an gleicher Stelle vor der neogotischen Kreuzschule, die beim Bombardement Dresdens  am 13. Februar 1945 zerstört und nicht wieder aufgebaut wurde.
Körner fiel im Befreiungskrieg
gegen Napoleons Truppen  1813 nur 22 Jahre jung als Freischärler.  Das Denkmal wurde 1869 vom Bildhauer  Ernst Hähnel entworfen und  1871 in einer Nürnberger Kunstgießerei hergestellt.
kreuzschuleKreuzschule mit Denkmal um 1926
  grazien
Mozart äußerte sich anläßlich eines Besuchs in Dresden
brieflich sehr despektierlich über die aufgeblasenen Bürger
der  Residenzstadt. Vielleicht ist das der Grund, warum er auf seinem
Denkmal in Dresden noch heute "Unperson" ist? Immerhin
glänzen die Grazien der 1907 aufgestellten Skulptur des Berliner
Bildhauers Hermann Hoseus auf der Dresdner "Bürgerwiese"mit
dem goldnen Rathausmann im Hintergrund um die Wette!
Refrain:  Dresdn warum drehsd`n dich im Kreis?
              Weil alle besser wissen, was keiner richtig weiß ://
  Dresdn warum gehst´n nicht voran?
  Und jeder tut nur was er wirklich kann
  De
nn dann gelingt´s und Dresden bringt´s  
5. Das Denkmal für die Mütter, die Dresdner Tümmerfrau
     schwingt sachte ihren Hammer, weiß, was sie will, genau
6. Er treibt es auf der Spitze, der goldne Rathausmann
    Er schüttet aus dem Füllhorn, doch unten kommt nichts an.
beide
Der Bildhauer Walter Reinhold schuf die Skulptur zum Gedenken an die unermüdliche Aufbauarbeit im kriegszerstörten Dresden, die vor allem von Frauen geleistet wurde, derweil die Männer gefallen oder in Kriegsgefangenschaft waren.
1952  wurde das Standbild in Eisen gegegossen und 1967 in Bronze erneuert.
rathausmann
Für den Rathausmann stand um 1908 der Dresdner Ringer und Artist Ewald Redam Modell.
Der Bildhauer Richard Guhr gab der Figur ein Füllhorn  in die linke Hand und die rechte Hand
zeigt mit optimistischer Geste zum heutigen Dresdner Fußballstadion. Trotz der beindruckenden
Größe von 4,90 m waren zur Vergoldung nur ca. 100 g Blattgold erforderlich.
7. Bacchus auf´m Trocknen, mit Flutgeldern saniert
   
bleibt der Ratskeller geschlossen, weil sein Esel mit´m
    Amtsschimmel paktiert?!
8. Der Weg  der roten Fahne, das Wandbild bleibt verhängt.
    Die jüngere Vergangenheit  wird eben gern verdrängt.
bacchus
Dem Bildhauer Georg Wbra sind Mensch und Tier gleichermaßen
gelungen. 1910 entstand die Bacchusfigur als Eselsreiter. Sie zierte den
Eingang  zum Ratskeller auf der Nordseite des Rathauses.
Unzählige wein- und bierseelige Gäste hielten sich beim Vorbeigehen
an seiner Zehe fest und machten dieselbe gold-glänzend.
Als 2002 die Weißeritz auf der Suche nach ihrem alten Flußbett die St. Petersburger Straße zur Elbe nahm, wurde auch der Ratskeller geflutet. Danach wurde die Gaststätte frisch saniert. Sie erhielt einen neuen Eingang. Die Bacchusfigur zog um von Süden nach Norden, in Fließrichtung der Weißeritz! Seitdem steht der Ratskeller ohne Pächter da.  Der goldene Zeh setzt langsam Grünspan an.
Der Stadt entgehen täglich die Einnahmen aus einer möglichen Verpachtung.

rote fahne
Beim Neubau des Kulturpalastes ( Eröffnung 1969) beschlossen die Genossen
die Fassade zur Schloßstraße mit einem Wandbild 
zu Ehren der vormals so
revolutionären roten Fahne
zu gestalten. Den Auftrag erhielt  der damalige Rektor
der 
Dresdner Kunsthochschule  Gerhard Bondzin (*1930, SED- Mitglied seit 1948)
Als nach dem Untergang der DDR durch neue Revolutionäre, die statt Fahnen
Kerzen trugen, die ersten Platten des Wandbildes abfielen, wurde der ungeliebte
 "Weg der roten Fahne" aus Sicherheitsgründen verhängt.
An eine Sanierung war so kurz nach der Absetzung der "Roten" nicht zu denken.
Seit 2001 hat das Wandbild als Beispiel für den "Sozialistischen Realismus" Denkmalstatus.


9. Auf Meißner Fliesen reitet zum Kampf der Fürstenzug
    die Erben der Wettiner bekommen nie genug
  
10. Die Heiligen auf der Hofkirche werfen keinen Stein
      Sie deuten aufeinander hin und keiner will´s gewesen sein
fürstenzug
Zur Ehre des regierenden Fürstengeschlechts schuf Wilhelm Walther
1872-1876 anlässlich der 800 Jahrfeier der Wettiner ein Abbild von Ihnen auf Putz. 1904-1907 wurde es auf Fliesen der Meißner  Manufaktur verewigt.
Die Fürsten waren nunmehr Könige von Napoleons Gnaden. Der letzte dankte nach der Revolution 1918 ab. Jetzt sitzt er wieder auf dem Thron, als Denkmal unweit des Fürstenzuges. Die "Weimarer Republik"
zahlte Fürstenentschädigung. Seit dem Ende der Deutschen Demokratischen Republik 1990 wittern die Nachkommen der Wettiner Morgenluft. Wenigstens ein paar Kunstwerke zum Versilbern wollen sie aus dem nunmehr parlamentarisch regierten Sachsen herausholen. Das Wandbild ist noch nicht von Rückforderungen bedroht.
die heiligen auf der
                hofkirche

Francesco Chiaveri, der Sohn  des Architekten, der Hofkirche Gaetano Chiaveri,
den August der Starke zur Errichtung seiner Katholischen Hofkirche extra aus
 Italien anwarb, wird als ein Schöpfer der Heiligenfiguren, die den Bau bekrönen,
angesehen. Sippenwirtschaft könnte man meinen! Einer schanzt dem Anderen die Aufträge zu.
Wenn Dresdner Steuerbürger bei Hofe oder bei "Denen da oben" etwas wollen
und keiner ist zuständig dafür, kann er bis heute sprichwörtlich sagen:
"Wie die Heiligen auf der Hofkirche! ...einer zeigt auf den anderen, keiner ist verantwortlich "


11. Sein Pferd bäumt sich nach Osten der Goldne treibt es an,
      weil er für Dresdner Groschen in Warschau König werden kann

13. Die zweigeteilte Bronze am Rosengartentor,
      
wenn man die Form zusammensieht tritt ihre Kraft hervor
goldener reiter
Friedrich August I. genannt "der Starke" war Kurfürst von Sachsen. Er kam 1697 als König August II. auf den polnischen Königsthron. Dieser wurde durch Wahl von den polnischen Adligen vergeben. Die Gunst der Wähler konnte man schon damals mit Goldgaben beeinflussen.
Auch daran erinnert der Goldene Reiter, der 1736 zum Gedächtnis an glanzvolle Zeiten aufgestellt wurde. Die immer mal wieder frisch zu vergoldende Kupferfigur wurden 1733 im Todesjahr des "Starken August" vom Kanonenschmied Ludwig Wiedemann gegossen.
"ani - mal " 1999  im Rosengarten aufgestellt. Steffen Bachmann gewann den Wettbewerb zur Wiederbesetzung des  Sockels einer verlorengegangenen historischen Stier -Skulptur. Zum Dresdner Rosengarten gibt es eine wunderschöne Webseite:
http://www.rosengarten-dresden.de/index_home.html




12. Am Strom der Bogenschütze, im Angesicht der Stadt
      steht ehern weil er immer, ein Ziel vor Augen hat.
14. Verkehr verquer zum Elbehang, mit Weltgezänk vorm Pavillion
       Was oberirdisch nicht gelang, guckt in die Röhre und hat verlor´n.
bogenschütze
Die 1902 von Ernst Moritz Geyger geschaffene Bronzeplastik, der
Bogenschützesteht am Neustädter Elbufer. Sein Pfeil ist ostwärts, elbaufwärts gerichtet, er zielt nicht auf das Rathaus, nicht auf die Staatskanzlei, sondern eher auf das Landgericht, wo man die Bedrohung aus dem Westen noch gar nicht wahrgenommen hat.

 
  waldschlösschenblick brückenmontage
   vorm Bau                                                                                            im Bau
Refrain: Dresdn warum drehsd`n dich im Kreis?     
              Weil alle besser wissen, was keiner richtig weiß ://
              Dresdn warum gehst´n nicht voran?      
              Und jeder tut nur was er wirklich kann
              Denn dann gelingt´s und Dresden bringt´s

Fine:      Denkmale denken nicht, Stadträte raten nicht,
             Bürgermeister bürgen meistens nicht
             Das trägeWasser in der Elbe ist niemals wieder dasselbe
             doch es tut seine Pflicht und reflektiert das Licht…               

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